"Was ich schon immer einmal sagen wollte"

Veröffentlicht am 11.08.2009 in Ortsverein
Offene Runde am 13. August - Die Bundesrepublik und der Krieg - zwischen Anspruch und Realität

Seit den 1990er Jahren kann man die schleichende Ausweitung bei den Aufgaben der Bundeswehr beobachten. Deutschlands Armee hat inzwischen nicht nur eine ganze Reihe von Auslandseinsätzen hinter sich, in Afghanistan liefert sie sich, bei steigenden Verlusten inzwischen handfeste Gefechte mit den Taliban.

Gernot Erler, Staatsekretär des Auswärtigen und Freiburger Bundestagsabgeordneter der SPD schreibt dazu in seinem neuesten Buch „Mission Weltfrieden“, der Einsatz am Hindukusch dürfe weder abgebrochen werden, noch scheitern. Erlers Diktum sowie die, völkerrechtlich zwar falsche, „erfahrungstechnisch“ allerdings durchaus zurecht als Krieg apostrophierte Eskalation des Bundeswehreinsatzes erscheinen allerdings um so bemerkenswerter, als das es bis heute keine breite Diskussion um diese Einsätze gegeben hat. Ganz im Gegenteil scheint die Öffentlichkeit Nachrichten aus der Kriegsregion eher als zweitrangig zu verstehen.

Das heißt aber in letzter Konsequenz, dass der Öffentlichkeit und wie man sehen wird, der Politik bis heute nicht wirklich klar ist, wohin solche Einsätze führen, oder wie sie zu beenden sind. Dazu zeigt der wohl wichtigste Militärhistoriker unserer Zeit, Martin van Creveld in seinem neuesten Buch „Gesichter des Krieges“ Lösungsansätze auf. Die gilt es im Zusammenhang mit Gernot Erlers politischen Prämissen zu diskutieren – wollen wir deutsche Militäreinsätze im Ausland? Wenn nicht, was sollten wir stattdessen tun? Wenn ja, zu welchem Preis? So oder so, wie wir uns auch entscheiden (wir haben uns bisher nicht entschieden, wir nehmen nur hin), die daraus entstehenden Konsequenzen sollten endlich auf breiter Basis diskutiert und damit klar werden.

 

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