In den Sozialwissenschaften herrscht die Mehrheitsmeinung, dass man seit Längerem die Entkopplung von Arbeit und Einkommen beobachten könne. Dieser Umstand werde aber weder verstanden, noch politisch angemessen reguliert. Parallel zu diesem Diskurs wird das Konzept eines, mehr oder minder bedingungslosen Grundeinkommens diskutiert. Dieses, an sich bis in die utopischen Werke eines Morus oder Campanella zurück zu verfolgende Konzept soll es ermöglichen, die obige Entkopplung sozial gerecht zu gestalten. Einer der bekanntesten Protagonisten dürfte in der Bundesrepublik Götz Werner sein. Dessen Ideen werden des Öfteren als der Versuch beschrieben, extremen Kapitalismus mit extremen Sozialismus vereinen zu wollen.
Damit stellt sich die Frage, was ein bedingungsloses Grundeinkommen, in anderen Versionen auch „Bürgergeld“ genannt eigentlich ist, wie es funktioniert und finanziert wird, vor allem auf welchen Gesellschaftsvorstellungen es basiert. Daran schließen Fragen an wie die, ob wir überhaupt Willens sind, utopisch anmutende Konzepte zur Umsetzung ins Auge fassen, und wenn wir das wollen, wie wir so etwas umsetzen. Jedenfalls würde der mit der Einführung eines Grundeinkommens einsetzende Transformationsprozess unsere Gesellschaft deutlich verändern.


